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Armin Bachmann ist Posaunist und Meister seines Faches. Lehrt er normalerweise an der Franz-Liszt-Musikhochschule in Weimar, steht er jetzt in Speyer vor rund 80 Instrumentalisten des Hans-Purrmann-Gymnasiums und fordert sie heraus. Einen Wettbewerb hat das Blasorchester im vergangenen Jahr gewonnen. Der Preis: ein Workshop mit Bachmann.

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Perfekt arrangiert sitzen die Zwölf- bis 19-Jährigen im Musiksaal 1 um Bachmann herum. Den herrlichen Blick nach draußen auf die Dächer der Stadt nimmt niemand wahr. Dafür bleibt auch keine Zeit. Bachmann, der Schweizer mit dem koketten Lachen, ist sympathisch. Aber er fordert Leistung. Konzentration und Präzision – ohne geht’s nicht.

„Tschuldigung! Was genau macht ihr da?“, unterbricht Bachmann den x-ten Ansatz der Indiana Jones Selection und beugt sich über die Notenständer der Klarinettisten. Der Klang hat ihn nicht überzeugt. Seine direkte Art kommt an bei den Schülern. Bachmann ist ehrgeizig, streng, aber angenehm aufgeweckt und unterhaltend.

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Benedikt muss heute mal Sophie sein. Die fehlt nämlich am Solo-Altsaxofon. Der 16-Jährige grinst. Kein Problem. In der Pizza-Pause sagt er im RHEINPFALZ-Gespräch: „Mir macht der Workshop Spaß – vor allem die Auflockerungsübungen zwischendurch.“ 30 Sekunden so viel plappern wie es geht, 15 Sekunden so laut lachen als möglich. So sehen die aus. Prävention gegen Unaufmerksamkeit – Bachmann weiß, wie’s geht. Und er weiß, wie er die Schüler packen muss.

„Nele! Du bist das Happy End einer Liebesgeschichte!“, reizt er die junge Dame am Bariton-Saxofon zu mehr Leidenschaft. Im In- und Ausland hat der Dozent Meisterkurse belegt; davon profitieren die Speyerer Gymnasiasten. „Er kann sehr gut erklären“, betont Kristina Plahusch (17), die Piccolo-Flöte spielt. Der Perfektionismus stört niemanden. Auch nicht, wenn Bachmann zum vierten Mal zur selben Tonfolge ansetzen lässt. „Das ist doch kein Schluss!“, ruft er in den Saal hinein. Nicht prägnant genug ist ihm der. Respekt äußert der Profi dennoch: „Die Energie ist super.“

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In erster Linie soll das Ensemble für das bevorstehende Konzert im März den letzten Schliff erhalten. Leiterin Carina Baumann-Laufer ist begeistert: „Ich bin überaus positiv überrascht, wie passend er sein Konzept auf unser Orchester überträgt.“ Der Yamaha-Artist selbst hat Lob in petto für die Truppe, deren Leistungsstand sehr unterschiedlich ist: „Alle sind hochmotiviert, haben Lust am Spielen und machen mit – das ist für mich sehr angenehm.“ Die eigene Messlatte legt Bachmann hoch. „Wenn ich gehe“, macht er deutlich, „muss etwas hängen bleiben.“ Dass das der Fall sein wird, spiegeln nicht nur die euphorischen Gesichter der Schüler wieder. Bassist Til Hundinger (16) bringt es auf den Punkt: „Armin Bachmann ist echt cool, lustig und hat spezielle Methoden, die aber Sinn machen. Uns hat es echt viel gebracht.“

Davon überzeugen dürfen sich Interessierte beim Schulkonzert zum Thema „Helden“ am 29. und 30. März, je 19.30 Uhr, in der Stadthalle.

Mit freundlicher Genehmigung

Artikel: Susanne Kühner
Fotos: Klaus Landry

Für das Orchester
Carina Baumann-Laufer