Einblicke ins Fach Philosophie am HPG

1. Sprüche von Philosophen und Philosophierenden – eine kleine Auswahl.
2. Köpfe von Philosophen und Philosophierenden – kannst du zuordnen?
3. Texte von Philosophen und Teilnehmer/innen des Philosophiekurses – eine kleine Auswahl.
4. Beispiele von Schüler/inneninterpretationen. Anonyme Texte aus Philosophiekursen (Oberstufe)

1. Sprüche von Philosophen und Philosophierenden – eine kleine Auswahl.

Werde, der du bist.
Friedrich Nietzsche

Das gesellschaftliche Sein bestimmt das Bewußtsein.
Karl Marx

Wissen ist Macht.
Francis Bacon

Aufklärung ist der Ausgang  des Menschen aus seiner selbstverschuldeten Unmündigkeit.
Immanuel Kant

Das Staunen ist der Beginn der Philosophie.
Aristoteles

Cogito ergo sum. Ich denke, also bin ich.
Rene Descartes

Das Glück deines Lebens hängt ab von der Beschaffenheit deiner Gedanken.
Marc Aurel

Die Religion ist das Opium des Volkes.
Karl Marx

Das Leben und die Träume sind die Blätter desselben Buches. Das Lesen im Zusammenhang heißt wirkliches Leben.
Arthur Schopenhauer

Man sieht nur mit dem Herzen gut. Das Wesentliche ist für die Augen  unsichtbar.
Antoine de Saint-Exupery

Die Seele ernährt sich von dem, worüber sie sich freut.
Augustinus

homo homini lupus. Der Mensch ist dem Menschen ein Wolf.
Thomas Hobbes

Die Liebe ist die Schönheit der Seele.
Augustinus

Der Seele Grenzen  kannst Du nicht entdecken gehen, auch wenn du jeden denkbaren Weg begehst.
Heraklit

Freundschaft ist eine Seele in zwei Körpern.
Aristoteles

Kategorischer Imperativ
Handle so, dass die Maxime deines Willens jederzeit zugleich als Prinzip einer allgemeinen Gesetzgebung gelten könnte.
Immanuel Kant

Die Schönheit der Dinge lebt in der Seele dessen, der sie betrachtet.
David Hume

Glück ist ein Tätigsein der Seele im Sinne der ihr wesenhaften Tüchtigkeit.
Aristoteles

Alles um uns ist ein Rätsel, dessen Lösung zu erraten  dem Menschen nicht gegeben ist.
Voltaire

Das Herz hat seine Gründe, die der Verstand überhaupt  nicht kennt.
Blaise Pascal

In der Welt ist alles mit allem verbunden.
Plotin

Unser Leben ist wie ein Traum. In den besseren Stunden wachen wir soweit auf, dass wir erkennen, dass wir träumen.
Ludwig Wittgenstein

Wer ein Warum zu leben hat, der erträgt fast jedes wie.
Friedrich Nietzsche

Wenn jemand Gesundheit sucht, frage ihn erst, ob er auch bereit ist, alle Ursachen seiner Krankheit zu meiden.
Sokrates

Die Geschichte aller bisherigen Gesellschaft ist die Geschichte von Klassenkämpfen.
Karl Marx / Friedrich Engels

In dieselben Flüsse steigen wir und steigen wir nicht.
Heraklit

Endliches Wissen gibt es nur für endliche Subjekte. Unsere Wissenschaft ist endliches Wissen.
Carl Friedrich von Weizsäcker

Wer andere verstehen will, muss erst sich selbst verstehen.
Konfuzius

Jede unserer Wahrnehmungen ist gefärbt von früheren Erfahrungen unserer Innenwelt.
Arthur Schopenhauer

Es genügt nicht, gute Anlagen zu besitzen. Es kommt darauf an, sie gut anzuwenden.
Rene Descartes

Die Revolutionen sind die Lokomotiven der Weltgeschichte.
Karl Marx

Den sicheren Freund erkennt man in unsicherer Sache.
Cicero

Nichts macht auf den Geist des Menschen einen so tiefen Eindruck wie das Beispiel.
John Locke

Von den Voraussetzungen, mit denen ich an die Welt herantrete, hängt es ab, wie mir die Welt entgegentritt.
Immanuel Kant

Das Leben lehrt jeden Menschen wie er ist.
Goethe

Man kann soweit laufen wie man will. Man sieht immer nur den eigenen Horizont.
Ernest Hemingway

Alles wirkliche Leben ist Begegnung.
Martin Buber

Der Langsamste, der sein Ziel kennt, geht immer noch schneller als der, der ohne Ziel herumirrt.
Gotthold Ephraim Lessing

Es ist nicht wenig Zeit, die wir haben; es ist viel Zeit, die wir nicht nutzen.
Seneca

Geduld ist das Fundament, auf dem sich Verständnis aufbaut.
Friedrich Wilhelm  Joseph Schelling

Der Mensch ist immer mehr, als er von sich weiß.
Karl Jaspers

Die Forderung, die Illusionen über seinen Zustand aufzugeben, ist die Forderung, einen Zustand aufzugeben, der der Illusion bedarf.
Karl Marx

Der Mensch ist nichts anderes als wozu er sich macht.
Jean-Paul Sartre

Der Mensch ist eine Synthese von Unendlichkeit und Endlichkeit.
Sören Kierkegaard

Betrachte die Dinge von einer anderen Seite, als du sie bisher sahst, denn das heißt ein neues Leben beginnen.
Marc Aurel

Die Grenzen unserer Sprache bedeuten die Grenzen unserer Welt.
Ludwig Wittgenstein

Der Wechsel allein ist das Beständige.
Arthur Schopenhauer

Das Schicksal mischt die Karten, wir spielen.
Arthur Schopenhauer

Der Gehorsam gegenüber dem Gesetz, das man sich vorgeschrieben hat, ist Freiheit.
Jean Jacques Rousseau

Das Denken ist das Selbstgespräch der Seele.
Platon

Der Mensch beherrscht die Natur bevor er gelernt hat, sich selbst zu beherrschen.
Albert Schweitzer

Jedermann erfindet sich früher oder später eine Geschichte, die er für sein Leben hält.
Max Frisch

 

2. Köpfe von Philosophen und Philosophierenden – kannst du zuordnen?

Die Köpfe müssen noch aus dem Internet auf die Homepage gezogen werden.


3. Texte von Philosophen und Teilnehmer/innen des Philosophiekurses – eine kleine Auswahl.

Textbeispiel 1
Ernst Bloch: Das Prinzip Hoffnung  (Aus dem Vorwort)

Wer sind wir? Wo kommen wir her? Wohin gehen wir? Was erwarten wir? Was erwartet uns?
Viele fühlen sich nur als verwirrt. Der Boden wankt, sie wissen nicht warum und von was. Dieser ihr Zustand ist Angst, wird er bestimmter, so ist er Furcht.
Einmal zog einer weit hinaus, das Fürchten zu lernen. Das gelang in der eben vergangenen Zeit leichter und näher, diese Kunst ward entsetzlich beherrscht. Doch nun wird, die Urheber der Furcht abgerechnet, ein uns gemäßeres Gefühl fällig.
Es kommt darauf an, das Hoffen zu lernen. Seine Arbeit entsagt nicht, sie ist ins Gelingen verliebt statt ins Scheitern. Hoffen, über dem Fürchten gelegen, ist weder passiv wie dieses, noch gar in ein Nichts gesperrt. Der Affekt des Hoffens geht aus sich heraus, macht die Menschen weit, statt sie zu verengen, kann gar nicht genug von dem wissen, was sie inwendig gezielt macht, was ihnen auswendig verbündet sein mag. Die Arbeit dieses Affekts verlangt Menschen, die sich ins Werdende tätig hineinwerfen, zu dem sie selber gehören. Sie erträgt kein Hundeleben, das sich ins Seiende nur passiv geworfen fühlt, in undurchschautes, gar jämmerlich anerkanntes. Die Arbeit gegen die Lebensangst und die Umtriebe der Furcht ist die gegen ihre Urheber, ihre großenteils sehr aufzeigbaren, und sie sucht in der Welt selber, was der Welt hilft; es ist findbar. Wie reich wurde allzeit davon geträumt, vom besseren Leben geträumt, das möglich wäre. Das Leben aller Menschen ist von Tagträumen durchzogen, darin ist ein Teil lediglich schale, auch entnervende Flucht, auch Beute für Betrüger, aber ein anderer Teil reizt auf, läßt mit dem schlecht Vorhandenen sich nicht abfinden, läßt eben nicht entsagen. Dieser andere Teil hat das Hoffen im Kern, und er ist lehrbar.

Textbeispiel 2
Karl Jaspers: Das Wagnis der Freiheit. Gesammelte Aufsätze zur Philosophie

Einsamkeit

»Ich« sein heißt einsam sein. Wer »Ich« sagt, richtet eine Distanz auf, zieht einen Kreis um sich. Aufgabe der Einsamkeit ist Aufgabe des Ich. Einsamkeit kann es nur geben, wo es Individuen gibt. Wo es Individuen gibt, aber gibt es beides: die Lust zur Individualität und damit den Drang in die Einsamkeit und das Leiden an der Individualität und damit den Drang aus der Einsamkeit. Dabei kommt es immer nicht auf das Individuum-Sein an, sondern darauf, ob einer sich als Individuum fühlt und weiß.
Insofern der Mensch Gesellschaftswesen ist — und wir alle sind es zu erheblichem Teil, zumal für jede menschliche Existenz das Sein als Gesellschaftswesen das zeitliche, empirische prius ist –, ist er nicht als Individuum seiner Besonderheit bewußt und ist er nicht einsam. Wer aus der primitiven als absolut empfundenen Form gesellschaftlichen Daseins ausgestoßen ist, rechtlos und vogelfrei ist – fühlt sich nicht als Individualität, fühlt sich nicht in unserem Sinne einsam, sondern lebt noch ganz in jener Einheit, der er nicht mehr angehören darf, zu der er sich zurücksehnt. Er fühlt sich seines materiellen und seelischen Nährbodens beraubt, fühlt sich vielleicht wie tot, aber nicht als einsames Individuum. Individuelles Leben und soziales Leben ist hier dasselbe. Ein Verständnis erfolgt gegenseitig ganz unproblematisch mit vollkommener Sicherheit. Außerhalb der Sphäre dessen, worin das Verständnis eben allgemein einfach da ist, gibt es nichts.
Erst wenn der Mensch sich seinem gesellschaftlichen Dasein als selbstbewußtes Individuum gegenüberstellt, das irgendwie selbst, an sich, auf eigene Verantwortung möglich ist, wenn es sich damit gleichzeitig den Inhalten, Forderungen, Wahrheiten, Leistungen – der Welt des Gegenständlichen – bewußt gegenüberstellt, wenn es im Gegensatz zu seinem früheren pflanzenhaften, wurzelgebundenen, unbeweglichen und festbestimmten Sein gleichsam in animalischer Beweglichkeit den verschiedenen Daseinsmöglichkeiten gegenübertritt, entsteht Einsamkeit.


Textbeispiel 3
Aristoteles (Auszug: Nikomachische Ethik, Buch 1)

Jedes praktische Können und jede wissenschaftliche Untersuchung, ebenso alles Handeln und Wählen strebt nach einem Gut, wie allgemein angenommen wird. Daher die richtige Bestimmung von „Gut” als „das Ziel, zu dem alles strebt". Dabei zeigt sich aber ein Unterschied zwischen Ziel und Ziel: das einemal ist es das reine Tätig-sein, das anderemal darüber hinaus das Ergebnis des Tätig-seins: das Werk. Wo es Ziele über das Tätig-sein hinaus gibt, da ist das Ergebnis naturgemäß wertvoller als das bloße Tätig-sein. Da es aber viele Formen des Handelns, des praktischen Könnens und des Wissens gibt, ergibt sich auch eine Vielzahl von Zielen: Ziel der Heilkunst ist die Gesundheit, der Schiffsbaukunst das Schiff, das Ziel der Kriegskunst: Sieg, der Wirtschaftsführung: Wohlstand. Überall nun, wo solche „Künste” einem bestimmten Bereich untergeordnet sind — so ist z. B. der Reitkunst untergeordnet das Sattlerhandwerk und andere Handwerke, die Reitzeug herstellen, während die Reitkunst ihrerseits, wie das gesamte Kriegswesen, unter der Feldherrnkunst steht, und was dergleichen Unterordnungen mehr sind —, da ist durchweg das Ziel der übergeordneten Kunst höheren Ranges als das der untergeordneten: um des ersteren willen wird ja das letztere verfolgt.
Hierbei ist es gleichgültig, ob das Tätig-sein selber Ziel des Handelns ist oder etwas darüber hinaus wie bei den eben aufgezählten Künsten.
Wenn es nun wirklich für die verschiedenen Formen des Handelns ein Endziel gibt, das wir um seiner selbst willen erstreben, während das übrige nur in Richtung auf dieses Endziel gewollt wird, und wir nicht jede Wahl im Hinblick auf ein weiteres Ziel treffen — das gibt nämlich ein Schreiten ins Endlose, somit ein leeres und sinnloses Streben —, dann ist offenbar dieses Endziel „das Gut” und zwar das oberste Gut.
Hat nun nicht auch für die Lebensführung die Erkenntnis dieses Gutes ein entscheidendes Gewicht und können wir dann nicht wie Bogenschützen, die ihr Ziel haben, leichter das Richtige treffen? Wenn ja, so müssen wir versuchen, wenigstens umrißhaft das Wesen des obersten Gutes zu fassen und (zwar zunächst) in welchem Bereich der Wissenschaften oder der praktischen Künste es zu finden ist.
Man wird zugeben: es gehört in den Bereich der Kunst, welche dies im eigentlichsten und souveränsten Sinne ist. Als solche aber erweist sich die Staatskunst. Sie nämlich setzt fest, welche Formen praktischen Könnens in den einzelnen Gemeinwesen unbedingt vertreten sein sollen, ferner, mit welchen und bis zu welchem Grad der einzelne Bürger sich zu beschäftigen hat. Wir sehen es ja, wie ihr selbst die angesehensten „Künste” untergeordnet sind, z. B. Kriegs-, Haushalts-und Redekunst. Da sie es also ist, die sich der übrigen praktischen Künste als Mittel bedient und dazu noch gesetzgeberisch bestimmt, was zu tun und was zu lassen sei, so umfaßt ihr Endziel die Ziele aller anderen und dieses ihr Ziel ist daher für den Menschen das oberste Gut.
Wenn auch somit das Ziel für den einzelnen und für das Gemeinwesen identisch ist, so tritt es doch am Gemeinwesen bedeutender und vollständiger in Erscheinung: im Moment des Erreichens sowohl wie bei seiner Sicherung. Es ist gewiß nicht wenig, wenn der einzelne für sich es erreicht; schöner noch und erhabener ist es, wenn Völkerschaften oder Polis-Gemeinden so weit kommen. Das also ist der Gegenstand unserer wissenschaftlichen Untersuchung. Wir sind damit, wenn man so will, in dem Bereich der Wissenschaft vom Staate.


4. Beispiele von Schüler/inneninterpretationen. Anonyme Texte aus Philosophiekursen (Oberstufe)


Zu Albert Camus: Der Mythos von Sisyphos
Die Kulissen sind der rollende Stein des Sisyphus – Spiegelbild

Die Kulissen sind die Masken, die den Individuen durch gesellschaftliche Zwänge übergezogen werden. Der Versuch, sie abzustreifen, bedeutet einen ungeheuren Kampf mit dem Risiko, aus der Gesellschaft verstoßen zu werden und damit dem Halt, den jeder Mensch braucht, zu verlieren. Es gibt wohl kaum einen Menschen, der sich so stark besitzt, dass er dieses Haltes nicht bedürfte. Dies leitet zum Thema Angst: Angst ist allgegenwärtig – doch man kann selbst entscheiden, wie viel Macht man ihr zukommen lässt, ob sie das Leben, das Sein bestimmt und das Individuum und dessen Würden zum Sklaven seiner Zwänge degradiert. Manchmal jedoch lässt die Angst einem keine Wahl, man ist ihr ausgeliefert. Halt suchen und können manche in der Religion, dem Glauben an etwas Höheres, finden, einer Hand, die einen bedingungslos hält.

Zu Ernst Bloch: Tübinger Einleitung in die Philosophie und Das Prinzip Hoffnung

Der Mensch ist ein soziales Wesen, nur durch menschliche Kontakte blühen wir auf, ohne sie verwelken wir. Menschliche Wärme und Zuspruch ist wie das Lebenswasser für unsere Existenz. Wir müssen aus uns selbst herausgehen, um zu uns selbst (zurück) zu finden. Ohne ein Gegenüber, das uns Rückmeldung gibt, treten wir in einen, auf die Dauer, selbstzerstörerischen inneren Monolog.