Bis in die 70er Jahre war die Welt für die Religionslehrer noch in Ordnung: Nur wenige Schülerinnen und Schüler meldeten sich vom Religionsunterricht ab. Im Laufe der Jahre nahm die Zahl der Abmeldungen jedoch zu, sei es, weil immer mehr Eltern ihre Kinder vom Religionsunterricht abmeldeten, sei es, weil immer mehr Schülerinnen und Schüler nicht-christlicher Religionen die Schule besuchten. Diese neue Situation forderte – auch aus schulorganisatorischen und rechtlichen Gründen – die Einrichtung eines „Ersatzfaches“. Auch die Kirchen forderten – einer Empfehlung der Kultusministerkonferenz (Rundschreiben vom 25.4.1972) folgend - Mitte der 70er Jahre einen „Ersatzunterricht“.
Die Kultusministerien der deutschen Bundesländer reagierten darauf in unterschiedlicher Weise. In Rheinland-Pfalz wurde das Fach „Ethik“ als verpflichtendes Ersatzfach eingerichtet, und zwar ab Klasse 4. Im Art. 35 (II) unserer Landesverfassung heißt es dazu:

„Für Jugendliche, die nicht am Religionsunterricht teilnehmen, ist ein Unterricht über die allgemein anerkannten Grundsätze des natürlichen Sittengesetzes zu erteilen.“

Seit Beginn der 80er Jahren liegen in unserem Bundesland auch Lehrpläne für dieses Fach vor. Seitdem hat sich in vielen Lebens- und Wissensbereichen ein tiefgreifender Wandel vollzogen. Auf diese Veränderungen nimmt der neue Lehrplan für die Sekundarstufe I (2000) und II (1983) Rücksicht.

In unserem Gymnasium wird in der Sekundarstufe I nach dem Lehrbuch „Abenteuer Mensch sein“ Bd-1-3 (Cornelsen-Verlag) und in der Sekundarstufe II. nach dem Lehrbuch „Ethik“ (Cornelsen-Verlag) unterrichtet.