1880

Hans Marsilius Purrmann wird am 10. April in Speyer, Kleine Greifengasse 14, als Sohn des Malermeisters Georg Heinrich Purrmann geboren.
1893-1897
Lehre im väterlichen Geschäft als Stubenmaler und Studium an der Kunstgewerbeschule in Karlsruhe.
1897-1905
Studium an der Akademie der bildenden Künste in München jeweils in den Wintermonaten. Im Sommer Mitarbeit im Familienbetrieb, verstärkt nach dem Tod des Vaters 1900. Zunächst in der Zeichenklasse von Gabriel von Hackl, dann in der Malklasse von Franz von Stuck. Paul Klee, Wassily Kandinsky, Albert Weisgerber, Eugen von Kahler, Willi Geiger und Rudolf Levy sind zeitweise seine Studienkollegen.
1903-04
Aufenthalte in Svinar bei Prag auf Einladung von Eugen von Kahler.
1904-05
Winteraufenthalt in Berlin. Mit Handschreiben von Max Liebermann Aufnahme in die Berliner Secession.
1905
Im November Übersiedlung nach Paris. Im Kreis der deutschen Maler im Café du Dôme. Besuch des jour fixe bei Sarah, Gertrude und Michael Stein, wo Matisse, Picasso und andere avantgardistische Künstler verkehren. Bekanntschaft mit Henri Matisse.
1908
Eröffnung der "Académie Matisse" auf Anregung von Purrmann und Sarah Stein. Purrmann ist als "massier" (Obmann) für Ordnung und Modelle verantwortlich. Unter den Schülern sind Oskar und Margarete Moll, Rudolf Levy, Friedrich Ahlers-Hestermann, Franz Nölken, Walter Rosam, William Straube und Mathilde Vollmoeller. Im Juni erste Reise mit Matisse nach Speyer, München, Nürnberg, Heidelberg.
1909
Dezember bis Januar 1910 zweite Reise mit Matisse nach Berlin, Weimar, Hagen. Plastische Arbeiten von Purrmann.
1910-1913
Sommeraufenthalte in Cassis am Mittelmeer.
1910
Erste Ausstellung in Paris. Dritte Reise mit Matisse nach München. Aufenthalt mit Matisse in Collioure an der französischen Mittelmeerküste.
1911
Ausstellung bei Cassirer in Berlin. Aufenthalt in Ajaccio/Korsika. Schließung der "Académie Matisse".
1912
Heirat mit Mathilde Vollmoeller, Schwester des Dichters Karl Vollmoeller, in Stuttgart. Hochzeitsreise nach Ajaccio/Korsika.
1914
Purrmann wird in Beilstein/Württemberg vom Kriegsausbruch überrascht, verliert Wohnung, Atelier und viele Kunstwerke in Paris, darunter Gemälde von Renoir, Cézanne, Seurat, Picasso und Matisse. Aufenthalt in Beilstein bis 1915.
1915-1935
Sommeraufenthalte in Langenargen am Bodensee, wo Purrmann ab 1919 ein Fischerhaus besitzt.
1916-1935
Wohnung in Berlin. Teilnahme an Ausstellungen der Freien Secession und der Preußischen Akademie der Künste. Freundschaft mit Karl Scheffler. Mitarbeit an dessen Zeitschrift "Kunst und Künstler". Stammtisch im "Romanischen Café" mit Karl Scheffler, Rudolf Levy, Rudolf Grossmann, Konrad von Kardorff, auch Max Slevogt und seinen Freunde.
1919
Mitglied der Preußischen Akademie der Künste in Berlin auf Vorschlag von Max Liebermann und Max Slevogt.
1921-1926
Studienreisen nach Italien: Sorrent (1922, 1923, 1924, 1925), Ischia (1924), Rom (1924/25, 1926), jeweils im Winterhalbjahr.
1927
Ausstellung in Kaiserslautem.
1929
Studienaufenthalt in Hendaye bei Bayonne. Schwere Erkrankung.
1930
Sommeraufenthalt in Sanary-sur-Mer. Bekanntschaft mit Werner Gilles.
1931
Beteiligung an der Ausstellung der Berliner Secession mit einem eigenen Raum bringt außergewöhnlichen Erfolg.
1932/33
Triptychon für den Sitzungssaal des Kreistags in Speyer. Beginn der politischen Angriffe auf Purrmann.
1935
Im Februar ist Purrmann neben Käthe Kollwitz, Konrad von Kardorff, Karl Scheffler und Klein-Diepold unter den wenigen Trauergästen beim Begräbnis von Max Liebermann in Berlin, das von der Gestapo überwacht wird.
1935-1943
Übernahme der ehrenamtlichen Leitung der Deutschen Künstlerstiftung "Villa Romana" in Florenz.
1937
Purrmann gilt als "entarteter Künstler"; 36 Gemälde und eine Reihe seiner graphischen Blätter werden aus öffentlichen Museen entfernt. 1938 wird er während eines Besuchs Hitlers in Florenz einige Tage in Haft genommen.
1937-1940
Studienaufenthalte in Castiglioncello, Siena und Lerici/ Provinz Genua (1937-1938), Trient (1939), Fano/Adria (1941).
1943
Tod von Mathilde Purrmann; Beisetzung in Langenargen. Zerstörung der Berliner Wohnung durch Bomben. Flucht Purrmanns nach Castagnola/Schweiz mit Hilfe des Schweizer Konsuls. Verlust der wertvollen Sammlung in Florenz.
1944
Ansässig in Montagnola/Tessin, Hotel Bellevue, ab 1948/49 in der Casa Camuzzi, in der vorher Herrmann Hesse gewohnt hatte, mit dem Purrmann sich anfreundet.
1949
Ehrenmitglied der Akademie der bildenden Künste in München. Ausstellung im Kunstmuseum Luzem.
1950
Ehrenbürgerschaflt der Stadt Speyer anläßlich des 70. Geburtstags.
1950/151
Ausstellungen in Kaiserslautem, Speyer, Mannheim, Stuttgart, München, Hamburg, Bremen, Bochum. Bis zu seinem Lebensende weitere Ausstellungen in Kaiserslautem (1958, 1960, 1963, 1965), Hannover, Düsseldorf, Köln (1960), München/Haus der Kunst, Baden-Baden, Frankfurt/Main (1962), Speyer (1965). Weitere Ehrungen, u.a. Ritter der Friedensklasse des Ordens Pour le mérite für Wissenschaft und Künste, Kunstpreis Rheinland-Pfalz (1957 zusammen mit Carl Zuckmayer), Stephan-Lochner- Medaille der Stadt Köln (1961), Bayerischer Verdienstorden (1962), Großes Verdienstkreuz mit Stern des Verdienstordens der Bundesrepublik Deutschland, hohe italienische und französische Auszeichnungen, Mitgliedschaften in Akademien.
1951-1959
Sommeraufenthalte in Italien in Sorrent (1951, 1952),
Ospedaletti bei San Remo (1952),
Porto d'Ischia (1953, 1954, 1955, 1957, 1958),
Lacco Ameno (1956),
Reise nach Nizza und Vence auf Einladung von Matisse (1951).
Weitere Reisen u.a. nach Venedig (1958), Mailand, Griechenland (1958).
Aufenthalt in der Villa Massimo in Rom als Gast(1959).
1962-1965
Sommeraufenthalte in Levanto/Riviera, Villa le Lagore.
1966
Am 17. April stirbt Hans Purrmann im Kantonsspital in Basel. Seine letzte Ruhestätte findet er in Langenargen am Bodensee neben dem Grab seiner Frau am 22. April.