Ein Tag als Politiker im Landtag RLP

Am 6. und 7. Juli besuchten je zwei unserer vier neunten Klassen zusammen mit ihren Sozialkunde-Lehrern Frau Siebecker (9A/9D) bzw. Herr Klement (9B/9E) den rheinland-pfälzischen Landtag in Mainz, um mehr über dessen Arbeitsweise zu erfahren. Hierzu schlüpften die Schülerinnen und Schüler im Rahmen eines drei stündigen Rollenspiels in die Rolle von Landtagsabgeordneten und debattierten im Plenarsaal über die Fragestellung, ob der PKW-Führerschein bereits mit 16 Jahren erworben werden dürfe.

 Ein Tag als Politiker im Landtag RLP (von Jule Lautenschläger (9E) und Linda Wolters (9E))

Der Tag begann für uns alle wie immer um 9:52 in der Pausenhalle, wo sich unsere Klasse (9E) und die Klasse 9D trafen. Geplant war die Abfahrt mit dem gemieteten Bus um 8 Uhr, doch um 20 nach 8 kam die Nachricht, dass der Bus einen Unfall hatte und wir deshalb etwas länger auf Ersatz warten mussten. Schließlich saßen wir dann alle im vollbesetzen Bus und machten uns auf nach Mainz. Nach einer Stunde Fahrt parkten wir am Rhein und liefen zum Landtag, wo uns schon zwei Mitarbeiter erwarteten. Wir erhielten eine kurze Einweisung in die Regeln und danach hieß es als erstes Klassenfotos auf den Stufen des Landtags zu machen. In der Lobby vor dem Plenarsaal warteten wir, während uns noch ein paar Informationen über das Gebäude gegeben wurden, bis die Gruppe vor uns mit ihrer Besichtigung fertig war und konnten dann selbst den Plenarsaal bewundern.

2015 - Im Landtag

Jeder von uns nahm an einer beliebigen Stelle dem im Kreis um das Rednerpult angeordneten Tische platz und wir hörten den Mitarbeitern zu, die uns etwas über die Verteilung im Plenarsaal erzählten und die weitere Vorgehensweise mitteilten. So wurden wir je nach Sitzplatz zu drei Fraktionen zugeordnet: Orange, Blau und Lila worin wir je eine Stunde Zeit hatten uns auf das Thema „Führerschein ab 16“ vorzubereiten. Orange wollte den Führerschein ab 18 (wieder) einführen, Blau ab 16 und Lila, die eine Koalition mit Blau bildete, vertraten die aktuelle Situation mit 17 zu beginnen. Jede Fraktion bestimmte ihren Fraktionsvorsitzenden. Außerdem wurde ein Landtagspräsident (Jannika Damian, 9D), zwei Schriftführer (Liam Bartz, 9E und Renée Hilbert, 9D), ein Ministerpräsident (Azad Kurt, 9E), sowie ein Minister (Linda Wolters, 9E) gewählt und ernannt. Nach der Vorbereitung eröffnete die Landtagspräsidentin die Sitzung und die Fraktionsvorsitzenden (Sophie Kaminski, 9D; Steven Kebernik, 9D; Dustin Demmerle, 9E) hielten je eine kurze Rede und vertraten die Meinungen ihrer Fraktion zu dem Thema. Zu Beginn waren die Hemmungen noch recht groß sich zu Wort zu melden, doch nach den ersten Argumenten kam die Diskussion ins Rollen und wurde lebhafter. Jeder war dabei sich in seiner Meinung festzusetzen, sogar die Koalition zwischen Blau und Lila begann zu bröckeln. Nach ungefähr zwei Stunden gab es eine fünf minütige Pause, doch die Fraktionsvorsitzenden verpassten es, einen Antrag auf die Weiterführung der Diskussion zu stellen und so blieb die Findung eines Kompromisses leider aus und es wurde direkt im Anschluss abgestimmt, ob nun der Führerschein ab 16 oder 18 gemacht werden darf. Doch auch ohne den von Fraktion Lila gewünschten Kompromiss entschied sich die Koalition zusammen für den Führerschein ab 16. Nach Abschluss der Sitzung kam noch Walter Feiniler, Abgeordneter der SPD vorbei und erzählte uns von seinen Aufgaben und wie es eigentlich bei einer Plenarsitzung zugeht.

Zum Schluss des Tages hatten wir alle noch etwas Zeit um Mainz zu besichtigen, bevor wir uns wieder auf den Heimweg machten. Alles in allem fanden trotz anfänglicher Zweifel die meisten den Ausflug sehr interessant und fanden es spannend zu sehen, wie es zumindest ungefähr bei der Gesetzesfindung von Rheinland-Pfalz zugeht. Auch wenn es nicht 1:1 wie in einer richtigen Plenarsitzung ablief hatten alle ihren Spaß und vielleicht kann sich der ein oder andere nach diesem Tag auch vorstellen, später etwas in dieser Richtung zu machen.